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Spielraumkonzept

NÖ Pilotprojekt „Mein… dein… UNSER SPILLERN”

Nachhaltiges Freiraum-Konzept unter Mitwirkung der Bevölkerung

Planungsauftrag gem. NÖ ROG 1976
Das Niederösterreichische Raumordnungsgesetz 1976 (NÖ ROG 1976) bildet den rechtlichen Rahmen für Ziele und Maßnahmen der Raumplanung in Niederösterreich.
Im Rahmen der Erstellung des örtlichen Entwicklungskonzeptes der Marktgemeinde Spillern wurde festgestellt, dass ein weiterführendes Planungsinstrument bei der Umsetzung der Gesetzesvorgaben hilfreich wäre.
Der Arbeitstitel des NÖ Pilotprojektes der Marktgemeinde Spillern wurde „Leitwegeplan und Spielplatzentwicklungskonzept“ bezeichnet, um die Verbindung zum Leitziel des NÖ ROG 1976 zu verdeutlichen. Mittlerweile hat sich die Bezeichnung SPIELRAUMKONZEPT etabliert.
Veranschaulichung des Planungsziels zur Vernetzung und Gestaltung von Wegen und Flächen: „Jeder Spielplatz, jede öffentliche Einrichtung ist nur so gut wie ihre Erreichbarkeit für die Benutzer”:

Verankerung im örtlichen Raumordnungsprogramm!

Die Idee für ein vertiefendes Planungsinstrument wird an den Flächenwidmungsplan und das örtliches Entwicklungskonzept gekoppelt. Maßnahmen und Ziele werden in der Verordnung zum örtlichen Raumordnungsprogramm (ÖROP) definiert. Nach und nach werden Einzelmaßnahmen detailliert ausgearbeitet und nach den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde umgesetzt. Solche Ziele und Maßnahmen eines SPIELRAUMKONZEPTES können z.B. sein:

Ziel Massnahmen
mehr Lebensqualität und ein attraktives Wohnumfeld durch naturnah gestaltete öffentliche Kommunikationsbereiche, Park- und Spielplatzanlagen
weniger motorisierter Verkehr im Ort durch Investitionen in ein gestaltetes, barrierefreies und sicheres Fuss- und Radwegenetz
weniger Emissionen durch Bewusstseinsbildung zur autofreien Mobilität im Alltag
aktives Ortsleben durch Bevölkerungsbeteiligung das gemeinsame Miteinander beleben und weiterentwickeln

Was macht das Projekt so besonders?

Bei der Suche nach Lösungsansätzen wurde erkannt, dass das Detailwissen der Bevölkerung für eine langfristig gültige Planung von großer Bedeutung ist.
Aufbauend auf die Grundlagenforschung des digitalen örtlichen Raumordnungsprogrammes werden Einzelprojekte gemeinsam mit Gemeindevertretung, Bevölkerung, Planungsteam und Fachleuten entwickelt.
Zu unterschiedlichen Themengebieten wie z.B. Wegenetz, Spielplatzausstattung etc. wurden in Spillern überparteiliche Arbeitsgruppen gebildet. Die Teilnahme an den Arbeitsgruppentreffen ist freiwillig. Jeder Mitbürger kann sein Wissen und seine Anliegen einbringen.
Beispielsweise wurden in Spillern konkrete Maßnahmen für ein sicheres und barrierefreies Leitwegenetz formuliert und Gestaltungsvorschläge für Freiräume und Spielflächen behandelt.
Durch das Miteinbeziehen der Bevölkerung in die Planung und in die Umsetzung eines SPIELRAUMKONZEPTES konnte die Akzeptanz für erforderliche Maßnahmen in der Ortsgemeinschaft gesteigert werden.
Das SPIELRAUMKONZEPT der Marktgemeinde Spillern „Mein… dein… UNSER SPILLERN” umfasst Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und zur Weiterentwicklung der Lebensqualität in Spillern.

Welche Vorteile bringt ein SPIELRAUMKONZEPT?

Jede Gemeinde verfügt über andere räumliche, bauliche und natürliche Gegebenheiten und die Gewohnheiten der Bürger sind unterschiedlich. Daraus ergeben sich verschiedene Entwicklungsbestrebungen und Identifikationskriterien mit der jeweiligen Heimatgemeinde.
Ein SPIELRAUMKONZEPT ist kein starres Planungsinstrument. Ein SPIELRAUMKONZEPT kann ein anpassungsfähiges Maßnahmenpapier sein und in Entwicklungsfragen Verwendung findet.
Beobachtungen der Wohnbevölkerung werden bei Arbeitstreffen behandelt. Durch die Kommunikation zwischen Gemeinde, Bewohnern und Fachleuten werden Lösungsansätze im Team erarbeitet.
Den Gemeindegremien können aktuelle, fachlich fundierte und geprüfte Entscheidungsgrundlagen vorgelegt werden. Die Erstellung eines SPIELRAUMKONZEPT ist ein gemeinschaftlich erarbeiteter Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde.

Welche positiven Aspekte ergeben sich aus der partizipativen Planung?

Ein SPIELRAUMKONZEPT behandelt das unmittelbare Wohnumfeld der Bürger. Wo sind Spielplätze angeordnet und wie sind sie erreichbar? Wo befinden sich die Wohngebiete und wie sind sie an das Wegenetz angebunden? Wie kommen Kinder in die Volksschule, in den Kindergarten und zu den Freizeiteinrichtungen? Wo gibt es Gefahrenstellen im Straßennetz und welche Wegrouten sollten Schulkinder nutzten? Vielen Fragen werden gestellt und mittels Befragung und Lokalaugenschein die Ist-Situation erhoben. Durch eine gemeinsame Planung und Umsetzung wird der Wohnbevölkerung die Möglichkeit zur Mitgestaltung eingeräumt. Arbeitsergebnisse werden mit Fachleuten diskutiert und auf Rechtssicherheit geprüft. Durch den gemeinsamen Planungsprozess ergeben sich viele Vorteile für Gemeinde, Gemeindeverwaltung, Politiker und Bürger:

• Planung und Realisierung nehmen auf die Wünschen der Bürger Rücksicht?
• Gemeindebürger verändern ihren Lebensstil positiv ?
• Einsparungen finanzieller Mitteln durch Eigenleistungen und Spenden?
• Freiwillige Arbeitsstunden als gelebte Bürgerbeteiligung?
• laufende Informationen über Webseite, Pressemeldungen, Veranstaltungen?
• steigende Akzeptanz für Entscheidungen der Gemeinde?
• hohe Zufriedenheit aller Beteiligten?
• viele Detailinformationen für Planer, Gemeindeverwaltung und Gemeindepolitiker?
• eine „maßgeschneiderte Planung” kann Kosten einsparen?
• freiwilligen Mitarbeit bei der Planung und bei der Realisierung?
• Verbesserung der Kontakte Gemeindeverwaltung zu den Landesdienststellen?
• Verbundenheit Bürgermeister – Gemeindebürger steigt positiv?
• Verbundenheit Gemeindeverwaltung – Bürger steigt positiv

… auch anderswo möglich?

In der Marktgemeinde Spillern haben von Anfang an Politiker und Gemeindeverwaltung an das Projekt geglaubt. Auch in Spillern gab es Zeiten, in denen die Motivation und die Erfolge an einem Tiefpunkt waren. Doch mittlerweile schreibt das NÖ Pilotprojekt „Mein… dein… UNSER SPILLERN” eine Erfolgsgeschichte nach der anderen. Im Jahr 2011 wurde das SPIELRAUMKONZEPT zweimal ausgezeichnet. Die Bereitschaft für freiwillige Mitarbeit nimmt ständig zu. Im Jahr 2010 konnte die Gemeinde insgesamt EUR 14.150,00 durch Sach- und Geldspenden einsparten. „Mein… dein… UNSER SPILLERN” ist ein allseits bekanntes Projekt in Spillern und besteht mittlerweile seit 4 Jahren.
Ein Projekt, ähnlich dem Beispiel „Mein… dein… UNSER SPILLERN” kann funktionieren, wenn alle Beteiligen vom Gelingen überzeugt sind. Die Situationen vor Ort, die räumlichen Voraussetzungen und die Zielsetzungen für die Zukunft geben den Impuls. Politik, Gemeindeverwaltung und Bürger haben es in der Hand, dass ein SPIELRAUMKONZEPT positive Veränderung bringt. Man muß sich bewusst sein, dass das Interesse zur Mitarbeit am Anfang gering ist. Wenn erste Erfolge sichtbar sind und umgesetzte Maßnahmen in der gebauten Umwelt erkennbar sind, dann wird das Projekt seinen wohlverdienten Platz im Bewusstsein der Bevölkerung einnehmen. Nur wenn alle an der Grundidee und an den Zielen festhalten und über Jahre dran bleiben, wird sich der Erfolg einstellen und die Lebens- und Wohnumfeldqualität in der Gemeinde bereichern.

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